Fast Fashion mindert die Qualität, Exportmärkte brechen weg – und Altkleidercontainer werden zur Mülltonne. Was heißt das für Recycling, Verwertung und die Zukunft der Alttextilien in Deutschland?
Kartons sind ein Rohstoff – Mach sie platt!
Kartons gehören heute zum Alltag. Ob neue Schuhe, Bücher, Technik oder Tierfutter – vieles kommt direkt bis vor die Haustür. Mit dem boomenden Online-Handel wächst aber auch die Menge an Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton. Fachleute beobachten seit Jahren, dass der Anteil von Kartons und Versandverpackungen im Altpapier deutlich zunimmt. In vielen Regionen machen Verpackungen inzwischen den größten Teil des Volumens in der Altpapiertonne aus.
Die gute Nachricht: Kartons sind kein Abfall, sondern ein wertvoller Rohstoff. Aus ihnen können wieder neue Kartons, Verpackungen oder andere Papierprodukte hergestellt werden. Damit das möglichst gut funktioniert, braucht es nur einen kleinen Handgriff: Mach den Karton platt!
Inhaltsverzeichnis
Warum Kartons immer wichtiger werden
Der Online-Handel hat unser Einkaufsverhalten verändert. Gleichzeitig landen dadurch immer mehr Versandkartons in den Haushalten. Untersuchungen zeigen, dass die Menge an Papier-, Pappe- und Kartonverpackungen in den vergangenen Jahrzehnten stark gestiegen ist. Besonders Versandverpackungen tragen zu dieser Entwicklung bei.
Das ist grundsätzlich kein Problem, solange die Kartons richtig gesammelt werden. Denn Papier, Pappe und Karton lassen sich hervorragend recyceln. Entscheidend ist jedoch, dass die Sammelsysteme effizient genutzt werden – und genau hier kommt das Zusammenfalten ins Spiel.
Drei gute Gründe, den Karton platt zu machen
1. Mehr Platz für alle
Ein großer Versandkarton besteht oft zu einem großen Teil aus Luft. Wird er ungefaltet in die Altpapiertonne geworfen, blockiert er wertvollen Platz. Ein flach gefalteter Karton benötigt dagegen nur einen Bruchteil des Volumens.
Das bedeutet: Mehr Kartons passen in die Tonne und die Behälter sind nicht schon Tage vor der nächsten Leerung überfüllt.
2. Weniger Probleme bei der Leerung
Große, starre Kartons können sich in Tonnen verkeilen. Im ungünstigsten Fall wird die Tonne zwar angehoben, der Inhalt rutscht aber nicht vollständig heraus. Dann bleiben Wertstoffe zurück und die Tonne ist nach der Leerung immer noch halb voll.
Flach gefaltete Kartons vermeiden solche Probleme und erleichtern die Sammlung.
3. Besser für Recycling und Logistik
Gut befüllte Behälter nutzen vorhandenen Sammelraum effizienter aus. Das erleichtert die Organisation der Sammlung und sorgt dafür, dass die erfassten Wertstoffe möglichst wirtschaftlich und ressourcenschonend weiterverarbeitet werden können.
Kurz gesagt: Wer Kartons platt macht, unterstützt den gesamten Weg vom Haushalt bis zur Papierfabrik.
Aus alt wird neu
Nach der Sammlung beginnt die eigentliche Reise des Rohstoffs. In Sortieranlagen werden Papier, Pappe und Karton aufbereitet und für die Papierindustrie vorbereitet. Anschließend werden die Fasern in Papierfabriken wieder zu neuen Produkten verarbeitet.
Gerade Kartonverpackungen bestehen häufig bereits zu einem sehr hohen Anteil aus Recyclingfasern. Aus einem alten Versandkarton kann deshalb schon bald wieder ein neuer Karton werden. So bleiben wertvolle Rohstoffe möglichst lange im Kreislauf.
Den genauen Prozess erklären wir in unserem Kurzfilm: Zum Film.
Falten statt schreddern
Wer seinen Karton für die Tonne vorbereitet, muss ihn nicht in winzige Stücke zerreißen. Im Gegenteil: Für das Recycling sind größere Stücke meist besser geeignet als viele kleine Schnipsel.
Deshalb gilt die einfache Regel:
Karton aufklappen, zusammenfalten, einwerfen. Mehr braucht es nicht.
Nicht lang schnacken, Karton platt machen!
Karton plattmachen ist Nachbarschaftshilfe und Umweltschutz in einem. Also: Beim nächsten Gang zur Tonne kurz den Fuß drauf, platt machen und entspannt einwerfen. Mach mit und mach den Karton platt!
Weitere Informationen zum Thema Altpapier und Papiertonne findest du auf unserer Themenseite: Zur Themenseite.