Person hält ein Smartphone mit gesprungenem Display in der Hand. Daneben Symbole für Rohstoffe, Elektronik und Recycling.

Smartphone am Ende – was wirklich mit deinem alten Handy passiert

3. Juni 2026 | Lesedauer 6 Minuten

Altgeräte entsorgen ist nicht so einfach, wie es scheint. Dein altes Smartphone ist eine wahre Schatztruhe und gehört definitiv nicht in den Restmüll! Wir erklären, wie du sie sicher weitergibst oder recycelst – und wie du mit ein paar einfachen Schritten Umwelt, Ressourcen und deine Daten schützt.

Warum dein altes Smartphone nicht in die Tonne gehört

Es liegt in der Schublade. Zwischen Ladekabeln, alten Kopfhörern und Dingen, die man „irgendwann noch mal braucht“. Vielleicht ist das Display gesprungen. Vielleicht hält der Akku nur noch zwei Stunden. Vielleicht ist es einfach durch ein neueres Modell ersetzt worden.

Doch dein altes Smartphone ist kein wertloser Elektroschrott. Es ist ein kleines Rohstofflager oder sogar ein „Rohstoffschatz“: In einem Smartphone stecken rund 60 verschiedene Rohstoffe, darunter etwa 30 Metalle. Gleichzeitig können Akku und Elektronik bei falscher Entsorgung gefährlich werden – für Menschen, Umwelt und Recyclinganlagen.

Darum gilt ganz klar: Ein Smartphone gehört niemals in den Restmüll.

Zerlegtes Smartphone mit beschrifteten Bauteilen: Akku, Kamera und Display.

Was steckt genau in deinem Smartphone und warum:

Von außen sieht ein Smartphone ziemlich schlicht aus: Display, Gehäuse, Kamera. Innen wird es spannend. Für Leiterplatten, Kontakte, Akku, Display, Lautsprecher, Sensoren und Kabel braucht es viele verschiedene Rohstoffe.

Ein paar Beispiele:

  • Kupfer leitet Strom und steckt in Leitungen und elektronischen Verbindungen.
  • Gold wird für Kontakte, Leiterplatten und SIM-Karten genutzt, weil es sehr gut leitet und kaum korrodiert.
  • Lithium steckt im Akku und macht mobile Nutzung erst möglich.
  • Kobalt wird ebenfalls für Akkus gebraucht, ist aber wegen der Abbaubedingungen besonders kritisch.
  • Indium wird für Displays und Touchscreens verwendet.
  • Tantal, Zinn, Wolfram und seltene Erden stecken unter anderem in Kondensatoren, Lötstellen, Vibrationsmotoren, Lautsprechern oder Magneten.

In einem Smartphone stecken rund 60 verschiedene Rohstoffe, darunter etwa 30 Metalle. Genau deshalb ist jedes alte Handy zu wertvoll für die Schublade – und viel zu wertvoll für die Mülltonne.

Grafik zur Materialzusammensetzung eines Smartphones: 32 % Glas, 25 % Metalle, 17 % Kunststoffe und 6 % sonstige Materialien.

Schubladen-Handys: Wie viel Gold liegt zu Hause?

Die Zahl ist beeindruckend: In deutschen Haushalten lagern laut aktueller Bitkom-Schätzung rund 167 Millionen ungenutzte Handys und Smartphones. Viele davon schlafen seit Jahren in Schubladen, Kisten oder alten Kabeltaschen.  

Ein einzelnes Smartphone enthält nur eine winzige Menge Gold – etwa 24 bis 36 Milligramm. Das klingt fast nach nichts. Doch bei 167 Millionen Geräten wird daraus ein echter Schatz:

167 Mio. Handys × 24 mg Gold = ca. 4,0 Tonnen Gold
167 Mio. Handys × 36 mg Gold = ca. 6,0 Tonnen Gold

Allein in alten Handys könnten also ungefähr 4 bis 6 Tonnen Gold gebunden sein. Und Gold ist nur ein Beispiel. Auch Kupfer, Aluminium, Lithium, Kobalt, Silber, Tantal und weitere Rohstoffe bleiben ungenutzt, solange alte Geräte nicht weitergegeben, repariert oder fachgerecht recycelt werden.

Rohstoffabbau: Was wir auf dem Display nicht sehen

Smartphones verbinden uns mit Freund:innen, Familie, Schule, Arbeit, Musik, Videos und Nachrichten. Aber sie verbinden uns auch mit den Orten, an denen ihre Rohstoffe gewonnen werden.

Der Abbau dieser Rohstoffe kann Arbeitsplätze schaffen und für Länder wirtschaftlich wichtig sein. Gleichzeitig kann er große Spuren hinterlassen: Eingriffe in Landschaften, hoher Wasserverbrauch, Chemikalien, Luft- und Wasserverschmutzung, Gesundheitsrisiken für Arbeiter:innen oder Konflikte um Land und Rohstoffe.

Besonders deutlich wird das beim Blick auf den ökologischen Rucksack. Er beschreibt, wie viele Ressourcen ein Produkt im Laufe seines Lebens „mit sich trägt“ – auch wenn man sie später nicht sieht. Bei einem Smartphone zählt dazu alles, was für Rohstoffabbau, Herstellung, Transport, Nutzung und Entsorgung gebraucht wird: Energie, Wasser, Chemikalien, Verpackung, Produktionsabfälle und Transportwege.

Das bedeutet: Ein Smartphone wiegt vielleicht nur rund 200 Gramm. Sein ökologischer Rucksack ist aber viel größer, weil schon vor dem Kauf viele Ressourcen verbraucht wurden. Kurz gesagt: Was für uns ein Gerät ist, ist weltweit eine lange Lieferkette.

Infografik zum ökologischen Rucksack eines Smartphones mit Darstellung des Ressourcen- und Materialverbrauchs bei Herstellung und Nutzung.

Lithium: Der Akku-Rohstoff mit Schattenseiten

Lithium steckt in den Akkus vieler Smartphones – und macht mobile Nutzung überhaupt erst möglich. Gewonnen wird der Rohstoff unter anderem aus Gestein oder aus Salzseen. Besonders bekannt ist das sogenannte Lithiumdreieck in Südamerika: eine Region zwischen Bolivien, Chile und Argentinien, in der große Lithiumvorkommen liegen.

Doch der Abbau hat Folgen. In trockenen Regionen wird für die Lithiumgewinnung viel Wasser benötigt. Das kann zu Konflikten führen – etwa mit Landwirtschaft, lokalen Gemeinden oder indigenen Gruppen, deren Lebensgrundlagen vom knappen Wasser abhängen.

Lithium zeigt deshalb besonders deutlich: Was für uns ein Akku im Smartphone ist, ist anderswo Teil einer langen Lieferkette – mit Chancen, aber auch mit Risiken für Menschen und Umwelt.

Weltkarte mit wichtigen Lithiumvorkommen und Förderregionen für die Herstellung von Akkus.

Wohin mit dem alten Smartphone?

Wenn du ein altes Smartphone loswerden möchtest, kommt es zuerst auf eine ganz einfache Frage an:

  • Funktioniert es noch?
    Dann ist Weitergeben meist die beste Lösung. Du kannst es verkaufen, verschenken, spenden oder professionell aufbereiten lassen. So bleibt das Gerät im Einsatz – und es muss nicht sofort ein neues produziert werden.
  • Ist es kaputt oder nicht mehr reparierbar?
    Dann gehört es fachgerecht entsorgt. Möglich sind:
    • Wertstoffhof oder kommunale Sammelstelle
    • Rückgabe im Handel
    • Handy-Sammelaktionen
    • spezielle Sammelcontainer für Elektrokleingeräte, sofern es sie vor Ort gibt

Der einfache Merksatz lautet:
Erst weiterverwenden. Dann reparieren. Zuletzt richtig recyceln.

Smartphone, Akku, Ladekabel: Was muss wohin?

Akkus können gefährlich werden, wenn sie beschädigt oder falsch entsorgt werden. Wenn möglich, sollten sie getrennt abgegeben werden. Ist der Akku fest verbaut, gehört das ganze Gerät zur fachgerechten Rückgabe. Auch Zubehör wie Ladekabel, Netzteile, Kopfhörer oder Powerbanks zählt zum Elektroschrott und gehört nicht in den Restmüll.

Die einfache Regel:
Alles, was Strom, Akku oder Batterie braucht, gehört nicht in die Restmülltonne.

Wer unsicher ist, fragt beim Wertstoffhof, beim Entsorgungsbetrieb oder im Handel nach.

Was passiert beim Recycling?

Nach der Abgabe werden Elektroaltgeräte gesammelt, sortiert und behandelt. Schadstoffhaltige Bestandteile werden entfernt. Wertvolle Bauteile wie Leiterplatten werden gesichert. Danach werden Materialien wie Eisen, Stahl, Kupfer, Aluminium oder Edelmetalle getrennt und weiterverarbeitet.

Aber Recycling ist kein Zaubertrick. Nicht alle Rohstoffe lassen sich vollständig zurückgewinnen. Manche Materialien sind nur in winzigen Mengen verbaut oder technisch schwer voneinander zu trennen.
Deshalb ist Recycling wichtig – aber noch besser ist es, wenn ein Gerät möglichst lange genutzt wird.

Daten sicher löschen

Bevor ein Smartphone weitergegeben, verkauft oder gespendet wird, sollte der Datenschutz geklärt sein. Auf alten Geräten liegen oft Fotos, Kontakte, Chats, Passwörter oder App-Daten.

Vor der Weitergabe gilt:

  1. Backup erstellen: Wichtige Fotos, Kontakte und Dateien sichern.
  2. Konten abmelden: Zum Beispiel Apple-ID, Google-Konto, Messenger oder Banking-Apps.
  3. SIM- und Speicherkarte entfernen: Sie enthalten persönliche Daten und gehören nicht ins Gerät, wenn es weitergegeben wird.
  4. Gerät auf Werkseinstellungen zurücksetzen: Dadurch werden persönliche Daten vom Gerät entfernt.
  5. Bei sensiblen Daten sorgfältig prüfen: Im Zweifel vorher kontrollieren, ob wirklich alle Daten gelöscht sind.

Das beste Recycling beginnt vor dem Recycling

Viele Smartphones werden ersetzt, obwohl sie noch funktionieren. Manchmal ist der Akku schwach, das Display gesprungen, der Speicher voll oder der Vertrag lockt mit einem neuen Modell. Manchmal ist es auch einfach der Wunsch nach der besseren Kamera oder dem neuesten Gerät. Doch jedes zusätzliche Nutzungsjahr spart Ressourcen.

So verlängerst du die Lebensdauer deines Smartphones:

  • Schutzhülle und Displayschutz nutzen
  • Akku schonend laden
  • Software-Updates installieren
  • Speicher regelmäßig aufräumen
  • Akku, Display oder Ladebuchse reparieren lassen
  • gebrauchte oder refurbished Geräte kaufen
  • funktionierende Geräte weitergeben statt liegen lassen

Fazit: Dein altes Handy ist kein Müll

Ein altes Smartphone ist mehr als ein kaputtes Gerät. Es ist ein Stück Technik, ein Rohstofflager und manchmal noch ein zweites Leben wert.

  • Wenn es noch funktioniert: weitergeben, verkaufen, spenden oder aufbereiten lassen.
  • Wenn es kaputt ist: zum Wertstoffhof, zur Sammelstelle, zur Rückgabe im Handel oder zu einer Sammelaktion bringen.
  • Vor der Weitergabe: Daten sichern, Konten abmelden, SIM- und Speicherkarte entfernen, Werkseinstellungen nutzen.
  • Und immer: Nie in den Restmüll.

Dein altes Handy ist kein Abfall. Es ist ein Rohstoffschatz.
– Trennen rockt!

Neues Kurzmodul für Schulen: „Smartphones – Gar nicht so smart?“

Passend zu diesem Thema gibt es das neue WLR-Kurzmodul „Smartphones – Gar nicht so smart?“ für die Klassen 6 bis 9.

Die Einheit ist für 45 bis 60 Minuten konzipiert und eignet sich besonders für Vertretungsstunden, Projekttage oder fächerübergreifenden Unterricht. Sie zeigt, welche Rohstoffe in Smartphones stecken, warum „Invisible Waste“ wichtig ist, welche ökologischen und sozialen Folgen entlang der Lieferkette entstehen können – und was Schüler:innen selbst tun können.

Das Material umfasst Präsentation, Arbeitsblätter, Ablaufplan, Informationsblatt und didaktische Erläuterungen.

Zum Kurzmodul

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