E-Schrott ist ein Rohstoff

Dein Elektroschrott enthält wertvolle Bestandteile. Wir führen diese zurück in den Kreislauf. Das schont Ressourcen und ist unser Beitrag zum Klimaschutz.

Elektroschrott trennen rockt

So geht's richtig

Zum E-Schrott gehören:

  • Geräte, die Strom benötigen, wie zum Beispiel Kühlgeräte, Monitore, Toaster, Waschmaschinen, Herde, Staubsauger, Bügeleisen, Telefone und viele weitere
  • Pedelecs mit max. 25 km/h
  • Defekte Smartphones und Tablets
  • Photovoltaikmodule
  • Nachtspeicheröfen
  • Produkte, die fest verbaute elektrische oder elektronische Bestandteile enthalten (zum Beispiel Schuhe mit beleuchteter Sohle, Badezimmerschränke mit fest eingebauten beleuchteten Spiegeln, elektrisch verstellbare Möbel)

Nicht zum
E-Schrott gehören:

  • Glühlampen
  • Batterien und Akkus, die ohne das dazugehörige Gerät entsorgt werden sollen
  • Elektrofahrräder, die über eine Motorunterstützung mit mehr als 25 km/h verfügen
  • Große, festinstallierte Werkzeuge, die zum Beispiel in der Industrie eingesetzt werden

Wir lieben das Recycling von E-Schrott

Der Weg des Elektroschrotts

Schritt 01
Zu Hause trennen
Schritt 01
Zu Hause trennen

Elektro-Altgeräte enthalten wertvolle Rohstoffe wie Gold oder Aluminium, aber auch Schadstoffe wie Blei oder Quecksilber. Werden die Geräte nicht richtig entsorgt, können sie die Gesundheit und die Umwelt gefährden. Wertvolle Rohstoffe gehen so verloren. Das betrifft alte Handys, defekte Kameras oder andere ausgediente elektrische Kleingeräte. Diese werden leider oft in irgendwelchen Schubladen „abgelegt“ und vergessen. Die „durchgestrichene Mülltonne“ verrät uns, welche Geräte durch Sammelstellen oder Rücknahmesysteme angenommen werden. Solche Geräte dürfen auf keinen Fall über den privaten Restmüll entsorgt werden.

Wer seine Altgeräte an den entsprechenden Rückannahmestellen oder am Recyclinghof abgibt, der leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Schritt 02
Sammeln
Schritt 02
Sammeln

Weitergeben, reparieren, abgeben – noch funktionierende, aber nicht mehr genutzte, Elektro-Geräte lassen sich verschenken oder verkaufen. Die meisten Geräte können repariert werden. Hilft alles nichts und das Gerät ist nicht reparierbar, sollten defekte Elektro-Altgeräte ordnungsgemäß abgegeben werden. Das funktioniert zum Beispiel beim Handel. Vertreiber von Elektro-Geräten mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern sind verpflichtet Altgeräte zurückzunehmen. Die kommunalen Sammelstellen in den Städten und Landkreisen, wie zum Beispiel Recyclinghöfe, sind ebenfalls eine gute Adresse. Hier können Altgeräte jeder Größe kostenlos abgegeben werden. Für Großgeräte kann eine Abholung beantragt werden. In manchen Städten gibt es sogar Straßen-Container für Elektro-Kleingeräte. Hier können defekte Toaster, Radiowecker oder Wasserkocher ganz einfach eingeworfen werden.

Schritt 03
Sortieren und zerlegen
Schritt 03
Sortieren und zerlegen

Die zurückgegeben Elektro-Altgeräte werden in den kommunalen Sammelstellen in sechs Sammelgruppen sortiert. Die Verwertungsverfahren sind je nach Geräteart unterschiedlich. Grundsätzlich funktioniert die Verwertung vom Abfall zum Rohstoff über das Zerlegen und Sortieren nach verschiedenen Materialien, wenn das Gerät nicht repariert werden kann. Auch defekte Elektro-Altgeräte sind wahre Schatztruhen voller wertvoller Rohstoffe. Monitore, Computer und Fernseher werden in der Regel manuell zerlegt. Fachkräfte entfernen schadstoffhaltige Bestandteile, wie Batterien oder Kondensatoren. Leiterplatten und andere wertvolle Bauteile werden vor dem Schreddern ausgebaut. In einem automatisierten Sortierverfahren wird in verschiedene Fraktionen getrennt. Eisen, Stahl, Kupfer und andere Metallfraktionen werden in Metallhütten gebracht.

Schritt 04
Reparieren und recyceln
Schritt 04
Reparieren und recyceln

Im Idealfall können die abgegebenen Elektro-Altgeräte nach Prüfung repariert bzw. aufbereitet werden. Diese reparierten Geräte werden als Gebrauchtwaren wieder verkauft und weiterverwendet. Ist die Reparatur nicht möglich heißt es „Recycling“ und der Kreislauf beginnt. Nach Demontage und Sortierung in die verschiedenen Materialien erfolgt die Weiterverarbeitung. Die gewonnen Rohstoffe können zur Produktion neuer Geräte verwendet werden. Eisen, Stahl, Kupfer, Aluminium landen in Metallhütten und werden zur Produktion neuer Metalle eingesetzt. Leiterplatten oder Stecker mit vergoldeten Kontakten werden von Kupferhütten abgenommen, die auf die Rückgewinnung von Edelmetallen spezialisiert sind. Die verwertbaren Kunststoffe gehen in die Kunststoffindustrie, nicht verwertbare Teile werden energetisch verwertet.


Die Rohstoffe unserer Erde sind endlich. Deshalb ist es wichtig, Geräte möglichst lang zu nutzen und so Ressourcen zu schonen. Durch verantwortungsvolles Handeln kann jeder von uns Ressourcen einsparen. Das klappt, indem wir gebrauchte Sachen kaufen, Kaputtes reparieren und weiterverwenden und das, was sich nicht reparieren lässt, fachgerecht recyceln zu lassen. Also: Wenn das Handy kaputt ist, raus aus der Schublade und ab auf die Sammelstelle.

Britta Keck, Inhaberin eines Tattoo-Studios in Hamburg


Elektro­schrott in Zahlen

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Schon gewusst?

Fakten über Elektroschrott

200 Mio. Handys

200 Millionen ungenutzte Handys befinden sich in deutschen Haushalten. Geht man von den Durchschnittswerten an enthaltenen Edelmetallen pro Mobiltelefon aus, lagern 50 Tonnen Silber, 4,8 Tonnen Gold und 1,8 Tonnen Palladium im ganzen Land.

Quelle: Umweltbundesamt

22 kg Elektroschrott

Im Durchschnitt fallen jährlich 22 Kilogramm Elektroschrott pro Person an, doch nur 45 Prozent davon werden auch ordnungsgemäß zurückgegeben.

Quelle: Spiegel

6 Sammelgruppen

Für die Erfassung von Elektro-Altgeräten gibt es sechs Sammelgruppen: Wärmeüberträger, Bildschirme und Monitore, Lampen, Großgeräte (zum Beispiel Kühlschränke, Gefriertruhen), Kleingeräte (Toaster oder Smartphones) und Photovoltaikmodule.

Eifelturm aus Gold?

In Laptops und Smartphones sind winzige Mengen Gold enthalten. Trotzdem werden wir bis zum Jahr 2078 so viel weggeworfen haben, dass man daraus einen Eiffelturm aus Gold bauen könnte.

Quelle: Dr. J. French (2019): So viel Müll, S. 63

Eisenschrott

Durch die Verwendung von Eisenschrott für die Stahlproduktion ist der Energiebedarf etwa 50 Prozent niedriger als bei der Neugewinnung aus Eisenerz.

Recycling von Aluminium

Beim Recyceln von Aluminium wird nur 5 Prozent der Energie benötigt, die gebraucht wird, um Aluminium aus Bauxit herzustellen.

"Abfalltouristen"

Nicht selten sammeln sogenannte „Abfalltouristen“ Altgeräte illegal ein. Sie nutzen Sperrmüll-Aktionen oder werben mit Flugblättern für Ihre Abholaktionen. Deklariert als Gebrauchtgeräte landen diese in der Dritten Welt. Dort werden sie unsachgemäß auseinandergenommen – mit dramatischen Auswirkungen für Mensch und Umwelt.

Weltweit 20 bis 50 Millionen Tonnen E-Schrott

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen fallen weltweit 20 bis 50 Millionen Tonnen Elektroschrott an. Ein großer Teil landet auf Müllhalden in Afrika. Dort suchen vor allem Kinder und Jugendliche Berge an Elektro-Schrott mit bloßen Händen nach Spuren von Gold, Coltan oder Kupfer, die in den Altgeräten verbaut sind.

E-Schrott aus Deutschland gelangt nach Afrika

Auch aus Deutschland landen laut Angaben des baden-württembergischen Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft weit mehr als 100.000 Tonnen Elektro-Altgeräte in Ländern wie Nigeria, Ghana, Indien oder Südafrika – meist als Gebrauchtgeräte deklariert.


Rund um Recycling

Zahlen, Daten, Fakten

Fakten zum Thema Recycling

Wusstest Du, dass etwa 200 Millionen Handys ungenutzt in Deutschlands Schubladen liegen? Wir haben viele weitere interessante Fakten zum Thema Recycling.

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